Der aktuelle Lebensmittelskandal rund um Bakterien-verseuchte Lebensmittel bekommt immer neue Dimensionen. Nachdem bereits mehrere Menschen nach dem Verzehr von kontaminiertem Rohmilchkäse gestorben sind, warnt nun das niedersächsische Verbraucherschutzministerium vor Fleischklößen, die mit Listerien verseucht sein sollen.
Listerien – wie gefährlich sind Bakterien in Lebensmitteln
Dabei ist die Gefahr, die von Listerien ausgeht, nicht neu. Eine Infektion mit diesen Bakterien führt zur Listeriose – einer meldepflichtigen Krankheit, an der laut Angaben des Robert Koch Institutes jedes Jahr in Deutschland mehrere hundert Menschen erkranken. Allerdings hat diese Krankheit teilweise Grippe-ähnliche Symptome und verläuft bei Menschen mit intaktem Immunsystem häufig unproblematisch. Daher wird sie in vielen Fällen gar nicht erst als Listeriose erkannt, so dass die tatsächliche Zahl der Infektionen vermutlich deutlich höher liegt.
Problematisch ist eine Infektion mit Listerien vor allem für Menschen mit geschwächter Immunabwehr. Bei diesen Menschen kann es zu einer Blutvergiftung oder zu einer Hirnhautentzündung kommen, die dann zu schweren Folgeschäden führen kann oder im schlimmsten Fall auch tödlich endet. Insbesondere alte Menschen, Kinder und Schwangere gehören zur Risikogruppe, die besonders vorsichtig sein sollte. Die Listerien-Bakterien gelten als sehr anspruchslos. Sie sind unempfindlich gegenüber Kälte, benötigen für ihren Stoffwechsel keinen Sauerstoff und können so auch in vakuumverpackten Lebensmitteln im Kühlschrank problemlos überleben. Erst beim Erhitzen auf über 70 °C werden die Bakterien zuverlässig abgetötet. Wer sich vor einer Listeriose-Infektion schützen möchte, sollte daher auf Lebensmittel wie rohes Fleisch oder Rohmilchkäse verzichten und bei der Zubereitung von Nahrungsmitteln besonders auf die Hygiene achten.



